Die Verhandlung

Performativer Audiowalk für alle, die schuldfähig sind oder es bald werden 

Premiere: pandemiebedingt verschoben auf Sommer 2021, Mousonturm Frankfurt

Sind vor dem Gesetz alle gleich? Woran misst sich Recht und Unrecht? Stimmt die Grundlage, für die Schuld gesprochen wird noch mit dieser komplexen Gesellschaft überein, die so unterschiedliche Perspektiven vereint? Die Frage danach, wer in der heutigen Gesellschaft Recht hat und Recht bekommt, stellt sich angesichts der derzeit heiß geführten Debatten um die Krise bzw. die Zukunft der Demokratie.

Gemeinsam mit der Gruppe imaginary company begibt sich das Publikum bei dem performativen Audiowalk auf eine Expedition ins Gericht. Es geht durch den öffentlichen Raum: vom Bürgeramt durch die Friedberger Anlage zum Amtsgericht. Es entdeckt Beweisstücke, durchstreift leere Gänge, spielt Mäuschen und Detektiv im Gerichtssaal und begegnet Personen auf der Anklagebank. Mit einer Klang-Text-Collage aus alltäglichen Beobachtungen, dokumentarischem Material, Musik und fiktiven Geschichten auf den Ohren wird das Geschehen im und außerhalb des Gerichtssaals zum Forschungsfeld und zur Inszenierung. Das ortsspezifische, interdisziplinäre Projekt Die Verhandlung verbindet Performance, Audiowalk sowie einen intensiven Rechercheprozess im Vorfeld, u.a. mit Workshopformaten, derart miteinander, dass verschiedene Gruppen – Erwachsene, Kinder und Jugendliche – in Kontakt und Austausch kommen. Man wird Voyeur*in zweiter Ordnung. Man beginnt als Theaterpublikum und findet sich schließlich als Zuschauer*in einer Verhandlung, als Prozessbeobachter*in wieder. Das mehrgenerationale Publikum erlebt eine Diskussion über Teilhabe und Verantwortung am Rechtssystem.

 

Die Produktion entstand mit Projektmitteln der Stadt Frankfurt, des Landes Hessen, des Fonds Darstellende Künste und in Kooperation mit dem Künstlerhaus Mousonturm.